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 Das grosse Schaulaufen der Berner Mode

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Sabine Portenier meldet sich unter eigenem Namen zurück, PAMB ist bereits zum vierten Mal dabei und Lui Luis feiert als Newcomer-Label Modeschau-Premiere – drei Atelierbesuche anlässlich des heurigen «Loufmeter».

 

Wer dem lokalen Modeschaffen zugetan ist, hat derzeit allen Grund zum feiern. Nicht nur geht am Samstag die vierte Ausgabe des «Loufmeter – Modeschou uf dr Gass» über die Altstadtbühne. Es gibt überdies ein prominentes Comeback zu vermelden: Sabine Portenier hat den Modefaden nach der beruflichen Trennung von Evelyne Roth wieder aufgenommen und präsentiert an der Freiluft-Modeschau ihre erste Kollektion unter eigenem Namen. Dass dem so sein werde, habe sich erst nach und nach ergeben, so die Designerin. «Ein Umstand, den ich rückblickend als Vorteil empfinde. Durch die Unvoreingenommenheit blieb Raum für einen neuen, vielschichtigeren Weg.» Er beinhaltet neben den eigenen Kollektionen regelmässig Designs und hin und wieder Produktionen für Dritte. So kommt Portenier sowohl ihrer Freude an Synergien als auch der Wirtschaftlichkeit entgegen. «Der finanzielle Aspekt war bei der Reorganisation ein grosses Thema. Mein Weitermachen war klar an die Rentabilitäts-Bedingung geknüpft.» Also hat die Thunerin jeden Entwicklungsschritt einzeln unter die Lupe genommen und wo möglich rationalisiert, Arbeitsplätze untervermietet und sich auch in der Kollektionsgrösse dem Motto «klein und kompakt» verschrieben. Letzteres am Samstag einem breiten Publikum vorführen zu können, darauf freut sich Sabine Portenier sehr. «Ebenso wichtig wie lokale Zusammenarbeiten sind lokale Anlässe. Da leistet das Loufmeter-Team willkommene und verlässliche Dienste.»

 

Eine Schau für alle

Eine Meinung, die Evelyne Pfeffer und Nicole Verbeek teilen. Mit ihrem Label PAMB sind die beiden am Loufmeter bereits zum vierten Mal dabei. «Der Event ist vor allem deshalb so grossartig, weil er öffentlich und dadurch mit keinerlei Hemmschwellen verbunden ist», sagt Evelyne Pfeffer. «Es werden automatisch immer auch Leute angesprochen, die sonst nicht unbedingt mit lokaler Mode in Berührung gekommen wären.» Für diese sei der direkt im Anschluss stattfindende Modeverkauf besonders dankbar. «Auch hier fallen jegliche andernorts üblichen Barrieren weg.» Geschätzt wird im Hause PAMB zudem das Miteinander, das mit dem Loufmeter einher geht. «Abgesehen davon, dass wir gemeinsam über eine viel stärkere Kraft und Präsenz verfügen, hat der Tag stets etwas wunderbar Familiäres und Unkompliziertes», so Pfeffer und Verbeek. Entsprechend gross wäre die Enttäuschung gewesen, hätte es heuer mit der Teilnahme nicht geklappt. Neu nämlich mussten sich die Labels darum bewerben. «Damit wollten wir einerseits eruieren, wie gross das Bedürfnis nach einem solchen Anlass unter professionellen Modemachenden überhaupt ist», erklärt Initiatorin und Projektleiterin des Migros-Kulturprozents Michaela von Siebenthal. Diese Frage habe sich alleine durch die zahlreichen Bewerbungen bisheriger Loufmeter-Labels beantwortet. «Andererseits sollte der Entdeckung neuer Modetalente Vorschub geleistet werden.»

 

Auf Augenhöhe mit den Vorbildern

Hier kommt Newcomerin Lisa Iseli mit ihrem Label Lui Luis ins Spiel. Neben einer einmaligen Präsentationsmöglichkeit sieht sie im Loufmeter in erster Linie die Bestätigung, mit ihrem Schaffen auf dem richtigen Weg zu sein. «Namen wie Sabine Portenier und PAMB waren mir bereits zu Ausbildungszeiten ein Begriff. Sie waren diejenigen, die es geschafft hatten. Nun an ihrer Seite im Programm eines solchen Anlasses zu stehen, ist eine riesige Ehre.» Auch das ist Loufmeter.

 

www.loufmeter.ch

«Der Bund» vom 26. Mai 2016.