© 2017 eckraum // karin hänzi berger

Zuhause in den Ferien

Show More

Als Zekria Saifi im November vor einem Jahr seine Stelle in der Bieler L’Osteria antrat, war zwar der Arbeitgeber neu, nicht aber die Lokalität.  Bis zu dessen Schliessung hatte er bereits im Vorgänger-Lokal Baramundo Gäste aus aller Welt bewirtet.

 

Von Biel nach Bern und wieder zurück: Als Zekria Saifi erfuhr, dass in den Erdgeschoss-Räumen des alterwürdigen Hotel Elite wieder ein Restaurant einziehen sollte, war seine Bewerbung so gut wie geschrieben. «Ich kenne dieses Haus in- und auswendig und wollte deshalb unbedingt zurück. Es ist über die Jahre so etwas wie meine zweite Heimat geworden, dank der Stammgäste inklusive einer zweiten Familie», so der gebürtige Afghane. Dass das jetzige Restaurant bis auf die Decke nichts mehr mit dem Vorgänger-Lokal Baramundo gemein hat, tut seiner Freude keinen Abbruch. «Auch nach einem Jahr fühle ich mich manchmal noch wie in den Ferien, wenn ich meine Schicht antrete. Die Musik, die Dekoration, die Stimmung, es ist eine komplett andere Welt.» Ein Eindruck, den auch die Gäste haben. «Sie schätzen genau dieses Feriengefühl, kommen, weil es bei uns ein bisschen wie in bella Italia ist: lange Tische, grosse Pizzen, frische Pasta, offene Küche, guter Kaffee.»

 

Klar sei aber auch, sagt Zekria Saifi, dass die neue Ausrichtung der bekannten Bieler Lokalität nicht alle begeistere. «Alleine Optik und Ambiente könnten unterschiedlicher nicht sein: Vorher sass man hier in einem Viersternlokal, alles war ruhig und gesetzt, die Kaffeemaschine hinter den Kulissen untergebracht. Jetzt sind die Räume sehr offen gestaltet, die Bar steht mittendrin, der Blick in die Küche ist frei, die Stimmung familiär und lebhaft.» Von den ehemaligen Stammgästen sind dem Restaurant folglich nur wenige treu geblieben. «Jene aber, die nach wie vor kommen, freuen sich sehr über das bekannte Gesicht im Service.» Eine Vertrautheit, die Zekria Saifi auch mit den neuen Gästen pflegen und leben will. Schwer wird es ihm nicht fallen. Er persönlich nämlich sieht in der L’Osteria die perfekte Ergänzung des bestehenden Bieler Gastronomieangebotes. «Es ist eine Pizzeria, aber eine mit besonderem Menu und viel Herz für Hausgemachtes. Massenware kommt hier keine auf den Teller. Das gefällt mir.»

 

Das Besondere, das sind die Pizzen, die weit über den Tellerrand hinausreichen und auf Wunsch mit zwei verschiedenen Belägen serviert werden. «Nicht jedermanns Sache» weiss Zakeria Saifi aus Erfahrung, «obwohl wir die Reste bei Bedarf sehr gerne für zuhause einpacken.» Für Familien und Gruppen aber ist es das perfekte Menu. Für den Wahl-Bieler, der selbst Vater eines eineinhalbjährigen Mädchens ist, ein weiterer Pluspunkt. «Sie mag Pizza mindestens so gerne wie ich.» Sagt es und macht sich mit den Resten von seinem Zmittag auf den Heimweg. Die eine Hälfte für seine Frau, die andere für seine Tochter.

 Portrait für das aareMagazin, Personalmagazin der Migros Aare , Ausgabe Dezember 2016